Wednesday, December 07, 2005

twilight sailing and a snake

ihr lieben,

ich kann euch kaum beschreiben, wie aufregend das war... ich bin noch total aufgewühlt... ich fang mal von vorne an. ich glaub, dass wird lang!

gestern fuhr ich in den ku-ring-gai chase nationalpark. das ist im norden von sydney und schon die fahrt war spannend - das erste mal über die harbour bridge, verschiedene male umsteigen, und dann in church point endlich auf die fähre.
auf dem bild seht ihr halls wharf, das(?) kai von dem pittwater youth hostel, wo ich über nacht bleiben wollte. niedlich, oder? wenn man wieder zurück will, musst du diese rote flagge hissen, sonst nimmt dich die fähre nicht mit.


ich bin im paradies, dachte ich bei meiner ankunft. so ein dermaßen schöner wald!! türkis-farbenes wasser und auch spitzenmäßiges wetter, wenn auch etwas zu heiß. im hostel sagten mir sarah und michael, die besitzer dieser jugendherberge, das ich für heute der einzige gast sei. sie waren mir von anfang an sehr sympathisch. ich bekam gleich ein zimmer mit nem überwältigenden blick über den nationalpark.


michael fragte mich, ob ich lust hätte, am frühen abend mit segeln zu gehen. was für eine frage!
wir fuhren mit dem motorboot nach church point (letzter supermarkt, um etwas essbares zu bekommen), dort holten wir noch bier und wein und sackten goeff ein, nen freund und langer segelpartner von michael. dann gings rauf aufs schiff.


erst jetzt bekam ich mit, dass das nen rennen war (nennt man das bei uns regatta?) und das ich richtig zu tun bekommen sollte. michael versuchte, mir alles zu erklären und nach dem startschuss rief er entweder »pull, julie, pull!!!« oder »release it, julie, now!!«. das war wirklich gar nicht so einfach und ich war sehr froh, dass wir nicht die letzten waren. für die letzten 30 meter brauchten wir etwa eine stunde, weil einfach gar kein lüftchen blies.
es war trotzdem sehr lustig, die beiden hatten viel humor und wir machten ein bier auf und genossen die unglaubliche landschaft. achso, lenken dürfte ich übrigens auch. es sollte sogar ein bild, life und in action, von mir geben. da ist leider alles drauf, nur nicht ich am steuerrad. hier auf dem bild seht ihr links ist goeff und rechts michael, den hostelbesitzer.


michael erzählte mir, dass sie das jeden dienstag machen würden (was für ein glück für mich) und das sie es »twilight sailing« nennen. es wurde dann auch langsam dämmrig und wir fuhren in die morning bay rein, dem treffpunkt von allen booten. das war wirklich unfassbar schön. eine richtige kleine lagune, wie ausm film und niemand da!!! dort wurden dann alle schiffe aneinandergekettet. auf den schiffen waren vornehmlich ältere herren (steh ick ja druf, wisst ihr ja :-)) und die warfen dann ihre kochtöpfe und bbq´s an und entkorkten die weinflaschen. es war ein lustiges von schiff zu schiff hangeln und mit diesem und jenem mal quatschen. naja, ich war ja die neue (der gemeine backpacker) aber alle waren sehr freundlich. es war nen bißchen, wie früher die laubenpieper-partys. ich hab sogar ne frische auster bekommen.


als dann doch ne etwas stärkere briese aufkam, mussten wir schnell alles zusammenraffen und wieder zurück. es war mittlerweile schon sehr dunkel geworden und die kleinen inselchen mit lichtern überzogen. ich war sehr glücklich, weil ich anscheinend zur richtigen zeit am richtigen ort war und diesen schönen abend erleben durfte.


so richtig gut schlafen konnte ich nicht, weil alle geräusche sehr fremd waren. einmal wachte ich auf von einem scharren am fenster und plötzlich guckte ich in ein paar leuchtende augen. der kopf sah aus wie der von einer größeren maus und der körper wie von einer ziemlich großen hauskatze. das war ein opossum, dass sich vom dach mit dem kopf nach unten hängen ließ und wahrscheinlich vermutete, bei mir was essbares zu kriegen... das ist der blick aus meinem zimmer.


heute morgen machte ich mich zu einem bushwalk auf.
michael empfahl mir einen weg zu einem sehr schönen aussichtspunkt. und ich solle mich nicht wundern, der pfad ist an einigen stellen sehr »natural«. kein problem, dachte ich, ein cowboy kennt keinen schmerz! wäre doch gelacht!
am anfang war auch noch alles gut, ich sah wallebys (diese kleinen kangaroos) durch den wald hüpfen und die landschaft war herrlich.
zunehmend verdichtete sich jedoch der weg und schließlich musste ich die blätter (mal abgesehen von den spinnennetzen) beiseite schieben, um durch zu kommen. als dann eine ziemlich dünne, aber lange schlange direkt durch meine füße durch ist, bekam ich so einen gewaltigen schreck (sie wahrscheinlich noch viel mehr), dass ich kehrt machte. das war mir echt zu viel natur. außerdem hatte ich die horrorgeschichten im kopf von im dschungel verendeten touris. zu guter letzt verlief ich mich noch und landete bei nen paar typen, die gerade an nem boot rumhandwerkelten. die fanden das natürlich sehr lustig und machten witze über mich. wenigstens zeigten sie mir den weg zurück.


tja, da lief ich, viele tränen in den augen, weil ich doch so kurz vor dem ziel war udn weil ich mal wieder feststellen musste, dass ich tatsächlich nen stadtkind bin. aber allein ist sowas einfach nicht das richtige für mich.
als ich im hostel ankam war ich hochrot (es war mittlerweile sehr heiß und schwül geworden) und blutegel machten sich an meinen füßen zu schaffen. als ich michael die schlange beschrieb (grün und gelb), lächelte er nur und sagte: »oh, nice«. ich sagte ihm nur, dass sei »too much adventure for me« und er lachte...
wir verabschiedeten uns sehr nett und auf der fähre traf ich nochmal sarah, seine frau.
gerade habe ich ihnen die bilder geschickt und geschrieben, dass ich das nächste mal nen »very very long bushwalk« machen würde und sie schrieben zurück: »Yes the leeches and snakes worship you at Pittwater and will look forward to your return!«


ja, so war das. emotionale hoch- und tiefpunkte. jetzt bin ich wieder zurück, draußen sind 37 grad, ein heißer wind weht.

seid doll gedrückt
von eurer bushqueen

2 Comments:

Blogger julie-downunder said...

achso, kleiner nachtrag zum letzten kommentar von nana die karaoke-maschine betreffend.
jetzt kann ichs ja verraten:
a new star is born am australischen liederhimmel!!!

nein, ich hatte schon angst, aber nachdem ich nen päärchen sah, dass ziemlich schief time of my life intonierte dachte ich, es ist besser zu gehen. blamiert hätte ich mich jedenfalls nicht dabei.
und falls du es wissen willst, ja, wir sind den halben abend mit der wihnachtsmannmütze durch die gegend gelaufen. du weißt ja, ich bin ne freundin der guten verkleidung.

12/07/2005 10:47 pm  
Anonymous Anonymous said...

Öhm --- da kann ich kontern - habe unsere Freunde an Bahnhof und Flughafen mit Rentier-Hörnern abgeholt und bis in die Nacht nicht mehr abgesetzt - ich soll zuweilen von eineigen im Phönix erkannt wurden sein...

Fotobeweise? Klaa - können nachgeliefert werden :)

1/03/2006 1:20 pm  

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