Wednesday, January 04, 2006

mit pochendem herz ins neue jahr

ihr lieben,

erstmal ein wunderschönes neues jahr euch allen! ich meinerseits bin ja schon zehn stunden länger im selbigen. doch ich greife vor...


silvester habe ich in darling point verbracht. noreen und ich gingen schon am nachmittag hin, um gute plätze auf der wiese zu sichern. von dort aus würden wir einen herrlichen blick auf die harbourbridge und das darüber statt findende, weltweit ausgestrahlte feuerwerk haben. es war sehr heiß und ich musste aufpassen, dass ich nicht mit nem saftigen sonnenstich ins neue jahr gehen. die anderen kamen nach und nach und wir picknickten bis in den sonnenuntergang.


jeder zweite scheint hier ire zu sein, jedenfalls lief U2 in der endlosschleife. um neuen gabs dann schonmal ein »kleines« feuerwerk (halbe stunde?) für die kinder. und ab dem zeitpunkt fing das herz, das auf der brücke installiert war, an zu pochen. der countdown!


und wer wurde beauftragt, die sektpulle um zwölf zu öffnen? na? die deutsche fachkraft natürlich!
selbstverständlich hab ichs ordentlich ploppen lassen, ohne zuviel von dem berauschenden saft zu verschütten. dann wurden die wunderkerzen gezündet (stellt euch vor, wir mussten nach nem feuerzeug fragen! die nachbarn waren franzosen, raucher.)


das feuerwerk war wirklich überwältigend. es begann über der brücke mit lodernden herzen. danach gab es überall explosionen, sie haben das feuerwerk an verschiedenen plätzen in der stadt simultan gezündet! großartig! und die kulisse und icke im t-shirt... suuuupi!


dabei natürlich »happy new year« hier und bussi da, das übliche. später haben wir uns dann noch mit gekreuzten armen in einem kreis angefasst und irgend so einen new years song gesungen, von dem ich den text natürlich nicht kannte. natürlich kam ich mir etwas albern vor, dass sind ja die leute, die wir immer peinlich finden. stimmlich hab ich natürlich alles gegeben...


der neujahrstag empfing uns dann mit sagenhaften 44 grad celsius. man munkelt, es sei der heißeste tag in sydney jemals gewesen. noreen und ich hatten mühe, unseren zwanzigminütigen küstenweg nach clovelly beach zu bewältigen. die sommersprossigen irischen mädels haun sich ja stundenlang in die pralle sonne, bis sie krebsrot sind. ich habs nicht lang ausgehalten und auf dem rückweg dachte ich, meine letzten minuten sind gekommen. es war so unglaublich heiß, ich hab mich in meinen saron gehüllt und habs gerade noch so bis nach hause geschafft. ich war hochrot im gesicht und bin erstmal unter die kalte dusche...

das ist übrigens mein mitbewohner troy. er ist ein typischer aussie und sagt oft »i´m easy« was soviel bedeutet wie »ist mir egal, was wir jetzt machen, bin mit allem zufrieden«. ich als entscheidungsdrängerin hab da ja so meine schwierigkeiten mit... meine mitbewohner sind übrigens beide ziemlich klasse!


am abend waren troy und ich im coogee bay hotel. dort trafen wir noreen und orlaith mit ihren brüdern (der eine ausm phoenix, ihr wisst schon...) ich unterhielt mich mit allan über die blue mountains, einem riesigen nationalpark nicht weit von sydney und das ich da hinfahren wollte, aber alle organisierten touren ausgebucht seien. auf dem nach hause weg fragten sie mich dann, ob ich nicht lust hätte, am nächsten tag mit ihnen und ihren eltern dort hin zu fahren... yippie! abenteuer!


tja, leider haben wir nicht viel von den blue mountains gesehen, da es so nebelig war. aber auch das hatte eine gewisse, fast tropische atmosphäre. an den ausgeschilderten aussichtspunkte sahen wir nur ne weiße, wolkige masse. kevin kommentierte das jeweils mit »spectacular view!«.


es war trotzdem sehr schön, die familie ist ganz reizend und typisch irisch. sie haben alles bezahlt und mir ganz viele nette reisebekanntschaften gewünscht.


am freitag abend fahre ich los. es geht mit dem bus über nacht nach coffs habour. das ist 500 km nördlich von sydney. stecke in den letzten vorbereitungen und freue mich sehr darauf. komisch ist natürlich, dass ich gerade jetzt gehe, wo es hier mit meinen mitbewohnern so gut wird. aber wir werden in kontakt bleiben, auch falls ich wieder nach sydney kommen werde. und soll man nicht gehen, wenn es am schönsten ist?!

eure herzdame

3 Comments:

Anonymous Anonymous said...

Hallo Jule - erst einmal die besten Wünsche für ein frohes neues Jahr. Darüber, dass du eventuell nicht gut reingerutscht bist, braucht man sich wohl keine Sorgen zu machen... Toller Bericht hier im Netz- Danke, so hat man das Gefühl, für einen kurzen Moment selbst unterwegs zu sein.
Neulich trafen Claas und ich Erik in der Phoenix Lounge. Natürlich fragte ich gleich neugierig nach dir und da hat er mir die WEB Adresse gegeben. Tolle Sache.
Ich wünsche dir weiterhin eine super Zeit, bis dann in Berlin,
Anja

1/07/2006 1:36 am  
Anonymous Anonymous said...

Übrigens hoffe ich, dass du jetzt weißt, wer ich bin... so mit Namen reden wir uns ja meistens nicht an.
(Tipp: Claas und ich sind die, die sich am Tag eures Konzertes im Schleusenkrug mehrfach am Vormittag bei dir und Erik im Vorfeld für unser Nichterscheinen zum selbigen entschuldigt haben, während ihr gerade im Slumberland verweiltet.)
Hilfreich?!

1/07/2006 1:40 am  
Anonymous Anonymous said...

Hallo liebe Jule oder muss ich jetzt nur noch Julie sagen ?

Viele liebe Gruesse und die besten Wuensche fuer 2006. Hier ist uebrigens Swantje, war Weihnachten wie immer im Phoenix und bin dort Eric ueber den Weg gelaufen der mir gleich erzaehlt hat das du in Australien bist. Hat mir auch gleich ne mail geschrieben mit deinem weblog. Habe mir gerade alles durchgelesen und herzlich lachen muessen, kann mir gut vorstellen wie es dir geht. Up en downs, manchmal total euphorisch und manchmal mit der Frage im Kopf wieso mach ich das ueberhaupt. Die Euphorie wird ueberwiegen, bin gespannt auf deine weiteren Abenteur und hoffe euch alle ( Eric, Nana, Tocco und dich ) diese Jahr endlich mal in Amsterdam willkommen zu heissen.
Liebe Gruesse von Swantje aus dem grauen Amsterdam.

1/08/2006 10:25 pm  

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