Thursday, January 12, 2006

happy mit hippie fred

ihr lieben,

ick mach wat mit, au man... aber erstmal zu byron bay. kilometerlange strände, regenwald direkt vor der tür, surfer ohne ende und eine sogenannte alternativkultur, die ja gar nicht mehr so alternativ ist. touriladungen voll mit backpackern werden hier abgeworfen, entweder mit surfbrett oder gitarre unterm arm. oder beidem, wenn besonders cool. ja ja, die gegend ist schon ziiieeemlich schick...




wir also vorgestern früh ab ins empfohlene hostel, das aquarius backbackers. es muss schon mal bessere tage gesehen haben, es können sich doch nicht alle reiseführer irren, oder?! die anlage ist ja ziemlich schön, aber ich hab in meinem leben nicht so viel schimmel gesehen (auch ganz herrlich dick am duschvorhang). nachts hatte ich angst zu atmen, weil es dermaßen nach schweiß und feuchtem, fauligen teppich stank und es zudem noch sehr schwül ist. außerdem wohnen, nein hausen (sie haben sich hier anscheinend niedergelassen) neben uns so dermaßen coole surfer, die die ganze nacht voll cool jim beam cola trinken und sich darüber lautstark unterhalten, welche backbackerin sie als nächste pimpern wollen. teuer isses och noch. mecker.
aber die gegend... hier zum beispiel war ich mit kerstin, einer weiteren zimmergenossin baden und wir waren allein!


also nette küstenspaziergänge, baden, rauf zum leuchturm, wieder runter, baden, abends kochen und möglichst cool verhalten...


ja und heute sind wir morgens um 4 uhr aufgestanden (sehr uncool), um den sonnenaufgang am östlichsten punkt von australien zu erleben. das isse, die östlichste landzunge


der hinweg war ein bißchen wie nachtwanderung im ferienlager.
leider war es etwas bewölkt und wir ziemlich fertig von der schimmligen nacht, aber es war trotzdem ziemlich schön, die hohen wellen und dann wird es langsam hell.


wir hatten eine tagestour nach nimbin, einem hippieort etwa eine stunde von byron bay entfernt, gebucht. in dem happy coach. mit fred. happy fred.
happy fred empfing uns in seinem bus mit, wie soll es anders sein, einem breiten grinsen und erweiterten pupillen. dreadlocks, schwitzend, von weitem ende zwanzig, von nahem um die vierzig. happy fred scheint ein ein-mann-unternehmen zu sein. seine matratze befand sich jedenfalls gleich neben seinem sitz. happy fred scheint in seinem leben etwas zuviel happy high herbals konsumiert zu haben und fährt jetzt täglich in seinem bus interessierte von byron bay nach nimbin.
wir also mit etwa dreißig anderen rein in den bus. happy freddy dreht die musik auf und los gehts. ich bin mir nicht sicher, ob ich diese fahrt ohne tinitus überstehen werde. egal, die stimmung ist gut und freddy singt lauthals bob marley songs mit. wir halten an einem wasserfall, der über hundert meter in die tiefe stürzt...


und freddy jongliert mehr schlecht als recht für uns. die letzte nacht war wahrscheinlich etwas anstregend und so ganz ist das zittern auch noch nicht weg.


dann erzählt uns ein aboriginie noch eine geschichte mit seinem digeridoo. iris und cathrin kannten sie schon, ist wohl die übliche touristenshow. an unserem nächsten stop werden wir in einen shop mit regionalen köstlichkeiten geschickt. irgendwas ist mit dem bus nicht in ordnung und happy fred ist für einen kurzen moment nicht mehr ganz so happy. aber nach ner halben stunde ist auch dieser schaden behoben und wir können weiter. endlich erreichen wir nimbin.


kinders, es ist unfassbar. dieser ort besteht aus genau einer straße. überall stehen barfüßige, dreadlockige, jointrauchende, verwahrloste typen rum, die einem was verkaufen wollen. oder noch schlimmer, achselbehaarte junge möchte-gern-janis-joplins, die weder singen noch gitarre spielen können, aber beides lauthals praktizieren.
oder noch schlimmer, ganz zerstochene, die in 18 phasen tanzen und mit sich selbst reden. (momolita, hier gäbe es substitutionsmäßig ne menge zu tun!) auf jeden fall leute, die hier irgendwann mal als backbacker (keine angst!)ankamen (wahrscheinlich von mama finanziert) und keinen bock auf gar nichts mehr hatten.


ein paar mal am tag werden in nimbin die touris ausgekippt, die sich dann mit keksen, utensilien u.s.w. eindecken können und mal rischtisch ne sause machen können. ich hab mich schon nach zehn minuten gelangweilt. wir waren trotzdem nett kaffee trinken, fotos machen, das übliche gedöns.


anscheinend hatte sich happy hippie freddy auch wieder eingedeckt, er schwitzte jetzt noch mehr und war noch besser drauf und auch einige fahrtgäste schienen etwas aufgelockert und rauchten jetzt ungeniert im schwülheißen, plastikbestuhlten bus. die mucke war noch lauter und freddy drückte aufs gas wie nix gutes. also, wenn ihr jemals in australien seid und angst habt wegen haien o.ä. rate ich euch zu einer fahrt im happy coach. danach fürchtet ihr nichts mehr. aus dem augenwinkel sah ich noch, wie ein älteres paar, das ganz vorne saß sich bei fred beschwerte. da wurde freddy sogar ein klein bißchen böse und zeigte schimpfend auf seine lizenz.
als wir schließlich aus dem bus torkelten, dem lieben gott für unser überleben dankend, verabschiedete uns fred mit den worten »stay happy!«, grins.

danke happy hippo!

kleiner nachtrag:
das beste an der ganzen tour war die landschaft. das hinterland von byron bay ist wunderschön und nur dafür hat es sich schon gelohnt. wenn die bäume in australien nicht so ganz anders aussehen würden, könnte man manchmal meinen, man ist im allgäu.


morgen ganz früh geht es weiter nach harvey bay und am freitag rüber nach fraser island. wir haben eine campingsafari gebucht und werden mit fünf anderen im jeep drei tage lang die insel erkunden. ich bin wirklich sehr gespannt darauf.

bis dahin grüße ich euch mit nem fröhlichen: »stay hä... ach nee...
euer julchen

1 Comments:

Anonymous Anonymous said...

Bush is forever saying that democracies do not invade other countries and start wars. Well, he did just that. He invaded Iraq, started a war, and killed people. What do you think? Why has bush turned our country from a country of hope and prosperity to a country of belligerence and fear.
If ever there was ever a time in our nation's history that called for a change, this is it!
The more people that the government puts in jails, the safer we are told to think we are. The real terrorists are wherever they are, but they aren't living in a country with bars on the windows. We are.

2/17/2007 5:53 am  

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