Sunday, January 29, 2006

magnetic – dunk – mission

ihr lieben,

nach meinem segeltörn bin ich 5 stunden weiter nördlich nach townsville gefahren. und von dort aus setzte ich nach magnetic island über, einer vorgelagerten insel. es war mittlerweile sehr tropisch geworden, die pflanzen sehen anders aus, dicke fette bunte blüten an den bäumen und das klima wird immer feuchter.

das ist der hafen von townsville, als wir dort waren, kamen gerade zwei kriegsschiffe rein, die zwei jahre lang nicht mehr an irgendeinem hafen gewesen waren.


und das ist magnetic island. ich will ja nicht undankbar erscheinen, aber es ist schon witzig, dass es irgendwann halt »wieder ne insel« ist. besonders, da ich weiß, dass ihr im kalten sitzt und es hier so paradiesisch aussieht.


wir wurden zum horseshoe bay rübergefahren zu unserem hostel. es war schon halbdunkel. und dort ist wirklich einfach mal nichts. eine straße, ein mopedverleih, zwei restaurants und absolut kein empfang. maggies beachhouse war sehr schön, etwas ätzend nur der nächtliche, nicht enden wollende feueralarm. wahrscheinlich hat irgendsoein idiot im dorm geraucht. allerdings war ich überrascht, wo auf einmal so schnell die feuerwehr herkam. wie gesagt, da war ja nix.


am nächsten tag haben alex und ich uns n auto gemietet, um über die einzige straße auf magnetic zu heizen. wir machten den forts walk, um koalas in freier wildbahn zu beobachten. natürlich hat sich kein einziger blicken lassen, faule säcke. naja, würd ich an ihrer stelle auch nicht. wir sind zum glück auch keiner death adder begegnet, denn ich war nur in schlappen. vielleicht haben wir auch keinen koala gesehen, weil ich die ganze zeit, in sorge um einen tödlichen schlangenbiss, nur auf den boden gestarrt habe. macht sich schlecht beim koalawatching. wie auch immer, wir sahen einige schießstände aus dem 2. weltkrieg, find ich ja immer besonders interessant, gähn... wir wurden vom regen überrascht und ich war triefend nass. das wetter wechselt hier manchmal so schnell...

da in der ferne ist horseshoe bay...




den ganzen nächsten tag schüttete es aus eimern. wir harrten noch eine weile im hostel aus und dann gings zurück nach townsville. es war australia day, ein nationalfeiertag um die unabhängigkeit australiens. es schiffte so dermaßen, dass wir nix machen konnten. also gingen wir in den nächsten pub »coyote ugly«, um unabhängig zu feiern. der name der kneipe war programm. hupfdolen hinterm tresen, die von zeit zu zeit auf dem tresen performten. watn scheiß job. und das publikum!!! das mit der stange wollte auch nicht so richtig klappen, sah mehr nach sexy schaukeln am klettergerüst aus.



am nächsten nachmittag ging es dann vier stunden weiter nördlich nach mission beach. und da bin ich jetzt noch. das hostel hier ist sehr angenehm, mit pool und palmen, hängematte und ner ziemlich schönen kneipe vorne dran. bin am ersten abend auch gleich ins gespräch gekommen mit dem inhaber. leider hat er gerade genug personal, sonst könnte ich hier ein bißchen arbeiten.



gestern bin ich früh morgens mit dem wassertaxi nach dunk island gefahren. dabei hab ich mich ordentlich nass gemacht. macht sich besonders gut, so mit nasser jeans in den regenwald.



dunk island heißt bei den aboriginies auch »insel des überflusses«. das nur als kleiner geschichtlicher ausflug, wir wollen ja hier auch was lernen.


mit mir kam eine deutsche, die ich auf der fähre kennengelernt habe. wir sind drei stunden durch den regenwald getigert, dass war mal wieder sehr schön. sie war auf alles vorbereitet und so konnten wir an einem lookout sogar ein kleines picknick machen. und ich hab wieder tausende baum fotos gemacht.





guckt euch mal dieses freundchen hier an. übrigens, markus k., der hat nicht gefaucht :-)



danach war ich ordentlich durchgeschwitzt und wir gönnten uns ne riesenpotion pommes mit kalter coke, mhhh. beim ausstieg aus dem wassertaxi, machte ich mir meine gerade getrocknete jeans nochmal richtig nass und die einheimischen schmunzelten... naja, passiert mir öfter :-)
abends war ich im hostel-angeschlossenen club und zog mir 80 jahre bananarama videos rein. damals...
heute morgen bin ich mit alex zu einem walking track hier in der nähe gegangen, tiefer regenwald, palmenblätter, merkwürdige vogelgeräusche und unglaublich viele moskitos. sowieso schon völlig verbeult und dachte, jetzt essen sie mich bei lebendigem leibe. ich wäre ja noch weiter gelaufen, aber mein britischer mitläufer hatte die nase gestrichen voll. tja, kann man nix machen. außerdem musste ich dringend pullern, und meinen kleinen po den moskitos zum fras vorsetzten war vielleicht doch nicht so ne gute idee.




eigentlich sollten wir hier kasuare zu sehen bekommen, die kamen aber ooch nich...


alex ist heute weiter gefahren und ich hab zeit für mich, yippie. susanne kommt heute abend und morgen fahren wir weiter nach cairns. da ist dann erstmal schluss mit lustig und die muddi muss erstmal schuften. mal gucken, wie und wo... hab gehört, die suchen oben ohne kellnerinnen und es gibt 80 dollar pro stunde... nicht schlecht, wa?

eure inseleroberin mit was an

Wednesday, January 25, 2006

vom winde verweht auf den whitsundays

ihr lieben,

bin just arrived (iiihh, jetzt fängt se an mit englisch :-) von meinem segeltörn. hab mir gerade drei tage sonnencréme, salzwasser und insect repillant runter gewaschen und könnte gleich wieder zurück aufs schiff, so geil war das! das absolut allerbeste bisher! aber mal von vorn... setzt euch am besten n käffchen auf, das wird lang.


am samstag früh gingen wir (14 leute aus canada, serbien, italien, england, amerika, schweiz und holland) auf die »southern cross«.




dort erwarteten uns nick, unser skipper und magsy, die sogenannte »decki«. sie war quasi mädchen für alles und sehr robust mit ner richtig dreckigen lache. erst 20 jahre alt, bekochte sie uns die ganze zeit und legte segelmäßig richtig hand an. eigentlich war sie der chef.


nick ist gebürtiger papua-neuguineär (oder so) und jetzt skipper, tauchlehrer, perlentaucher, quasi homeless und macht nur aufregende sachen. unsere gruppe war am anfang etwas klemmig. ist ja auch nicht so einfach, wenn man weiß, dass man die nächsten tage zusammen auf nem schiff fest hängt. megsy versuchte mit ihrer schnodderschnauze, alles aus uns rauszuholen.


nach ner kurzen einführung, sicherheitsmäßig u.s.w. ging es rauf aufs meer. wir segelten das erste mal, aber der wind war etwas schwach. aber wenn man gemeinsam hand anlegen muss, lernt man sich ja immer ganz gut kennen. wir haben übrigens auch das namensspiel gespielt, zum glück mussten wir nicht anonyme-alkoholiker-mäßig zurückgrüßen mit »hiiii, julie«. unseren ersten stop machten wir an einem aussichtspunkt (hill inlet), von dem aus wir den whithavenbeach sahen. wunderbar! und wie uffer postkarte, nur noch schöner!


danach gings zum tongue bay. schnorchelmäßig war da nix zu holen, aber im weißen sand sitzen und aufs türkisfarbene meer gucken hat ja auch was...



geankert haben wir am nachmittag direkt am whitehaven beach. großartig! nick fuhr uns im motorboot rüber und es gab ne kricket-einführung, fußball und einen herrlichen sonnenuntergang. der sand an diesem strand ist so fein, dass man seinen schmuck damit polieren kann. wieder zurück auf dem boot genossen wir unser dinner an deck unter einem sagenhaften sternenhimmel. oh mein gott, werde schon wieder ganz melancholisch... danach gabs ordentlich fusel und jetzt war die gruppe entgültig aufgelockert. ich hatte drei leuten erzählt, dass ich heute geburtstag habe und so bekam ich einen kuchen, den magsy irgendwoher zauberte und ein ständchen von allen. ich war ganz gerührt, schluchz.


ich entschied mich an deck zu schlafen. in der kabine muffelte es ganz ordentlich und außerdem konnte ich mir die chance, auf einem segelboot unter dem fantastischen australischen sternenhimmel, mit einer leichten briese um die nase, natürlich nicht entgehen lassen. john, mit 64 jahren unser ältester mitsegler scharchte aber so laut, dass es schwierig war mit schlafen. er stieß zuweilen auch den ein oder anderen schrei aus und ich war versucht, ihm zu hilfe zu eilen.



und das aufwachen am nächsten morgen, ach kinders, es war einfach fantastisch. du machst ein auge auf, blinzelst in die sonne, siehst den perfekten weißen strand, um dich herum kleinere und größere inselchen, holst dir n kaffee...


mit susanne aus holland und paul aus england beim fruehstueck...


es ging weiter zum cataran bay zum schnorcheln. ich war erst n bißchen unsicher wegen der würfelquallen, die hier gerade ihr hochsaison haben. das stingersuit schützt zwar, aber unsere füße, hände und gesichter waren trotzdem frei. aber die fische und die korallen, einfach herrlich! das wasser war total klar und warm.


danach gings auf black island. diese kleine insel befindet sich direkt gegenüber von hayman island, die absolute luxusinsel der whitsundays. stars wie tommy lee jones pflegen hier zu residieren. natürlich versuchten wir per fernglas den ein oder anderen promi zu erhaschen, aber es war zu weit weg. da black island für die reichen und schönen zu negativ klingt, wurde die insel auch mal eben in bali hai umbenannt. magsy brachte uns eine riesenplatte mit früchten, oliven und käse und dem frönten wir dann auch genussvoll bei einem noch viel tolleren sonnenuntergang.und so war es, immer, wenn ich dachte, jetzt hab ich das absolut schönste gesehen, wurde es immer noch besser.





für die nacht ankerten wir in stone haven, einem ruhigen plätzchen umgeben von inselbergen. es gab lecker steak vom am deck befestigten grill. alle waren noch etwas fertig vom abend zuvor und so ging es bald ins freiluftbett, yeah.

am nächsten morgen gings weiter zu einem strand am anderen ende von hayman island, einer der angesagtesten schnorchelplätze dort. dementsprechend viele boote ankerten dort und luden touris ins und aus dem wasser. aber das schnorcheln war auch hier absolut perfekt. ich hab ja so gar keine ahnung von fischen, deshalb verschon ich euch mit näheren ausführungen. der höhepunkt war elvis, einem riesenfisch, lila und grün und blau, der in dieser bucht lebt. den konnten wir dann auch streicheln, der absolute hammer! wir waren schon wieder zurück und aus dem stingersuit gepellt, da nahm nick ein paar interessierte nochmal mit zu einer anderen, tieferen stelle. er zeigte uns einen fisch, der nemo ziemlich ähnlich sieht. das war das tolle an dem trip, es war nicht von vorne bis hinten durchgeplant und wenn wir noch eine stunde länger an einem strand bleiben wollten, wurde der snack eben rübergebracht oder wenn wir vom schnorcheln noch nicht genug hatten, zeigte uns nick noch einen besseren platz.


tja und danach gings auf den heimweg. wir mussten alle zum god wind beten, denn bis dahin waren wir ja noch nicht wirklich gesegelt. aber auch das klappte. mit über 9 knoten gings richtung airlie beach. ich als führerscheinlose war am steuer und nick bescheinigte mir ein großes talent. dit war wirklich n fez!




ich ging total beseelt und auch traurig, dass es schon vorbei ist, von bord. am abend trafen wir uns alle im beaches und feierten und tanzten bis spät in die nacht hinein. manno, will wieder zurück!

danach...



mein serbischer freund srdjan, sehr lustig...


alle begeistert mit internationalen schnorchelzeichen nach dem trip...



danke, skipper...



serben und italiener ein paar getraenke weiter...



oohhh, nicht die schon wieder...andrea from italia




hatte überlegt, auf so einem schiff zu arbeiten. da macht man zwar die ganze dreckarbeit, das aber vor ner fantastischen kulisse. hab mich jetzt doch wieder in den bus gesetzt und will dieses einmahlige erlebnis genauso behalten, wie es war. es geht weiter nach magnetic island, einer insel bei townsville. mit mir fährt alex, ein engländer, groß und rothaarig, engländer eben. und ich habe die letzten tage kein deutsch gesprochen. eins plus, setzen!!!

eure meerjungfrau

ps: es ist jedesmal unheimlich schwer, aus dem nicht enden wollenden bildmaterial die besten fotos herauszusuchen. am liebsten würde ich euch alle zeigen. und das müssten schon jetzt um die 1500 sein. wenn ich nach hause komme, werde ich euch damit martern.
pps: susanne (sie reist auch mit mir) erzaehlte mir heute, dass unser skipper erst vor eineinhalb monaten gelernt hat zu segeln. das ist schon mutig, 14 leute mit auf einen dreitaegigen trip zu nehmen...

Friday, January 20, 2006

great keppel island

ihr lieben,

sitze gerade im internetcafé in airlie beach und bin nach drei tagen inselleben wieder mit der außenwelt verbunden. wie schön!
nach dem fraser island trip hab ich mich direkt auf den weg begeben nach rockhampton, der »beef-capital« von australien. ich weiß, klingt unheimlich spannend, ist es aber nicht. deshalb war ich auch nur ne kurze nacht im dortigen, abgelegenen und etwas gruseligen yha und hab am nächsten tag rüber nach great keppel island gemacht.


wie hieß doch gleich die amerikanische serie mit der zauberinsel, wo wünsche in erfüllung gehen?! so jedenfalls sieht es dort aus.


vom dortigen yha aus buchte ich sogleich einen segelturn fürs wochenende bei den whitsundays (da, wo ich jetzt bin) und musste mir noch dazu gleich nen neuen kilometerpass kaufen. so war ich mal eben 600 dollar los und die hosen so voll, dass ich direkt nach nem job gefragt hab. ich konnte sofort loslegen und für eine nacht free accomodation zweieinhalb stunden putzen. leichte arbeit - guter deal. es war sowieso zu heiß für irgendwas. und in diesem hostel hat die hälfte aller gäste irgendwie gearbeitet. tatsächlich halten es einige mädels schon seit sechs wochen hier aus.


am nachmittag hab ich wieder neue kontakte geknüpft, mittlerweile quatsch ich ja jeden an.


und das war echt nett, wir haben am abend zusammen gekocht. ich wusste nicht, dass ich mein essen hätte mitbringen müssen auf die insel, denn dort gibt es genau einen lebensmittelladen mit dem allernötigsten. also schmissen wir alles zusammen, ich kaufte eine dose fertig-lamm, mhhh janz lecker. außerdem grillten wir noch echtes beef-capital-beef, denn es ist in den hostels üblich, beim verlassen die lebensmittel dort zulassen, die man nicht mehr braucht. und so hab ich drei tage lang was zu essen gehabt.
später waren wir noch bier trinken. und ich durfte einen stammgast füttern...


an diesem tisch sitzt schweden, kanada, irland, england, holland und natürlich icke.
ganz besondere erwähnung muss dabei marie-louise, die ältere dame vorne links finden. die ist nämlich 63 jahre alt und reist allein um die welt. sie erzählte, dass sie in neuseeland ein first class hotel gebucht hatte und sich bei ihrer ankunft mit ihrem backpack auf dem rücken ziemlich bescheuert vorkam. außerdem haben ihr die leute nicht gefallen und so ist sie gleich ins nächste hostel.


am nächsten tag war ich am korallenriff schnorcheln. wir haben uns ein stingersuit geliehen und sahen ziemlich doof darin aus. die giftigen quallen treiben nämlich jetzt im nordosten von australien ihr unwesen. ich sah viele bunte fische und ne ganze menge rochen. die hocken versteckt auf dem sandigen meeresgrund und man sieht nur die schwarzen augen. wenn sie beute erspähen, »schweben« sie blitzschnell durchs wasser.
am abend traf ich dann noch andere freunde...



...die unbedingt was von meiner limo abhaben wollten.


... sonnenuntergang auf great keppel...



die gezeiten lassen schonmal nen boot kentern. das hat den »käptn« nicht davon abgehalten, sein fläschchen wein zu öffnen und mir von weitem zuzuprosten.


gestern abend hab ich die insel wieder verlassen. es ist immer etwas komisch, man trifft so nette leute, aber man weiß gleich am anfang, dass es sowieso nur für zwei oder drei tage ist. am ende bin ich doch immer etwas traurig... außerdem kann man sich, so langweilig eine insel auch erstmal erscheint, an dieses langsame leben dort gewöhnen. ich war auch die ganze zeit dort müde und schläfrig, was natürlich auch mit der hitze zu tun hat.


und nun bin ich in airlie beach, morgen ist mein geburtstag und ich hab mir n ganz persönliches geschenk gemacht, einen dreitägigen segelturn auf der »southern cross« mit schnorcheln und auf dem boot schlafen und allem drum und dran.
an dieser stelle möchte ich auch mal erwähnen, dass ich es großartig finde, wie viele leute mein tagebuch lesen und kommentieren. das hätte ich nicht für möglich gehalten. auch die vielzahl von schönen mails, ich muss immer die ein oder andere träne wegdrücken. die mails helfen nämlich, wenn ich mich mal wieder einsam fühle und das passiert schon häufiger. ich vermisse zu hause und euch alle sehr. schluchz, räusper...

euer starkes julchen